Künstliche Intelligenz im Master Data Management – es geht los!

Wie künstliche Intelligenz auch komplexe MDM-Aufgaben übernehmen wird, die in der Vergangenheit allein durch Menschen zu bewältigen waren.

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst nichts Neues mehr. Genau genommen wurde dieses Konzept schon vor über 60 Jahren erdacht und hat eine lange Geschichte voller Höhen und Tiefen hinter sich. In den letzten Jahren hat die Entwicklung aber deutlich Fahrt aufgenommen – in erster Linie vorangetrieben von neuen technischen Möglichkeiten bei der Datenspeicherung und -verarbeitung und der Verfügbarkeit großer Datensätze. Neue, innovative Branchengrößen wie Amazon, Google und Facebook tragen zudem ihren Teil zu einer immer schnelleren Entwicklung bei. Sie haben längst das Potenzial von KI für ihre daten- und internetbasierten Geschäftsmodelle erkannt und sehen zudem die Möglichkeit der Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Künstliche Intelligenz ist eine computerwissenschaftliche Disziplin, die sich der Nachbildung kognitiver menschlicher Verhaltensweisen durch Maschinen verschrieben hat. Da menschliches Verhalten von großer Komplexität geprägt ist, umfasst das Thema KI vielfältige Disziplinen wie z. B. Robotik, Planung, Problemlösung, Sprachverarbeitung, maschinelles Lernen und vieles mehr. Wäre die Wissenschaft heute schon in der Lage, all diese Disziplinen in einer universellen KI-Maschine zu vereinen, könnte eine solche Maschine menschliches Verhalten perfekt nachbilden.

Zwar gibt es unter Wissenschaftlern auch Zweifler, die dies nicht für möglich halten, dennoch können wir davon ausgehen, dass uns einige der KI-Disziplinen früher und schneller als erwartet tiefgreifende Veränderungen in der Stammdatenverwaltung bescheren werden. Diese Veränderungen werden sich auf alle Bereiche des MDM auswirken, wobei das Ausmaß dieser Veränderungen mit der Zeit in insgesamt drei Phasen immer mehr zunehmen wird:

Ein gutes Beispiel für KI sind künstliche neuronale Netze, auch bekannt als „Deep Learning“. Dabei handelt es sich um eine Technologie für das maschinelle Lernen, bei der Daten verschiedene mathematische Schichten durchlaufen. Derartige Netze verfügen über Millionen und Milliarden an Verbindungen, wobei jede einzelne Schicht bestimmte Aufgaben wahrnimmt und darauf speziell trainiert wird. Das Konzept ist inspiriert von der Biologie und der Art und Weise, wie das menschliche Gehirn Signale über Nervenzellen verarbeitet. Die richtige mathematische Netzstruktur, ausreichende Rechenleistung und große Datensätze für das Lernen vorausgesetzt, ist ein solches Netzwerk fähig, komplexe Aufgaben zu übernehmen, aus Erfahrungen zu lernen und Aufgaben ebenso gut wie ein Mensch auszuführen.

Macht man sich diese Technologie nun im Stammdatenmanagement zu Nutze, könnte das schon bald bedeuten, dass …

… KI dabei hilft, doppelte Datensätze aufzuspüren und die Qualität der Daten zu sichern, zwei der häufigsten Probleme im Umgang mit Stammdaten. Dabei prüft das System Datensätze nicht nur anhand von Attributen, sondern greift auch auf Informationen außerhalb der MDM-Anwendung zu, so zum Beispiel auf Vorgangsdaten, CAD/PLM-Daten, SOPs, Handbücher, den Verlauf bereits erfolgter Korrekturen, typische individuelle / regionale Fehler usw.

… KI als persönlicher Concierge zum Einsatz kommt, der Endanwendern in allen Fragen rund um die Datenpflege zur Seite steht. So entfallen Anwenderschulungen und die Plege der Daten klappt stets auf Anhieb nach dem First-Time-Right-Prinzip.

… neuartige Anwendungen für die Stammdatenverwaltung umgesetzt werden können, die sich über grafische Benutzeroberflächen bedienen lassen und Maus und Tastatur durch Touchscreens sowie Gesten- und Spracherkennung ersetzen. Dazu muss der Anwender lediglich grafische Objekte von A nach B verschieben; die KI übernimmt die Pflege der Attributdaten im Hintergrund.


Wie Sie sich sicher vorstellen können, gibt es darüber hinaus noch viele weitere Anwendungsfälle für maschinelles Lernen und andere Disziplinen der KI-Forschung. Betrachtet man die neuesten Entwicklungen und die Tatsache, dass es bereits erste praktische Anwendungsfälle für künstliche Intelligenz gibt, ist es für Unternehmen höchste Zeit, sich auf die Zukunft vorzubereiten.

CAMELOT unterstützt Kunden bei der Identifikation von KI-Anwendungsfällen in ihren Unternehmen, bewertet ihre Auswirkungen auf Prozesse, Organisation und IT und bereitet den Weg für das MDM der Zukunft – von der anfänglichen Ideenfindung bis zur endgültigen Umsetzung KI-basierter Lösungen.


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written by
Henrik Baumeier
Henrik Baumeier ist Partner bei CAMELOT Management Consultants AG und begleitet seit mehreren Jahren Unternehmen bei ihrer Transformation in das digitale Zeitalter. Er verantwortet den Bereich Enterprise Information Management und hat in den letzten 12 Jahren entsprechende Projekte bei zahlreichen global agierenden Unternehmen verschiedenster Industrien verantwortet.

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